Neurologische Behandlung nach PNF Konzept

Propriozeptiv, Propriozeption:

Damit der Mensch seine Bewegungen organisieren und harmonisieren kann, bedarf es der Fähigkeit der Körperwahrnehmung. Diese wird gewährleistet, durch viele Rezeptoren die sich vorangig in Muskeln, Gelenken und Sehen befinden. Sie ermitteln beispielsweise die Stellung der Knochen zueinander. Sie wissen beispielsweise ob Ihr Ellenbogen gestreckt oder gebeugt ist, selbst wenn Sie nicht hinsehen, das nennt man Propriozeption(Wahrnehmung). Bei vielen neurologischen Erkrankungen ist diese Wahrnehmung gestört und führt somit zu einigen Problemen im Bewegungsablauf.
In der PNF Behandlung wird das Zusammenspiel eben dieser Rezeptoren und den dazugehörigen Nerven und Muskeln gefördert daher Neuromuskulär. Das so verbesserte Zusammenspiel soll dem Patienten die Bewegungen des Alltags erleichtern also Fazilitieren (aus dem lat.).

Das macht den Unterschied:                                                                                                                                                                 Um die natürlichen Bewegungsabläufe nachzuahmen, bedient sich das PNF Konzept 3 dimensionalen Bewegungen in speziellen Drehungen und Rotationen entsprechend den Muskelverläufen. Entgegengesetzt zu den herkömmlichen Trainingsmethoden welche meist den Muskel in 2 Dimensionalen Bewegungen in nur einer Achse Trainieren.

PNF ist Konzept, Therapiemethode und Technik zugleich.

Dabei ist besonders hervorzuheben, dass PNF sich an den Ressourcen des Patienten orientiert und diese gezielt zur Verbesserung der Bewegungs- und Haltungskontrolle einsetzt. D.h., dass zur Verfügung stehende Fähigkeiten von besonderem Interesse sind. Machen Sie folgendes kleines Experiment: „drücken Sie Ihre Hand kräftig auf den Tisch, vor dem Sie gerade sitzen“. Sie werden sogleich merken, dass Ihre Bauchmuskeln zu arbeiten beginnen. So kann ein kräftiger Arm genutzt werden, um schwache Bauchmuskeln zu aktivieren.

Einsatzgebiete:                                                                                                                                                                                         PNF kann Menschen mit Störungen des Bewegungs- oder Stützapparates helfen, ihre Sicherheit und Selbständigkeit zu verbessern und Schmerzen zu beheben oder zu lindern. Eine Behandlung nach PNF wird insbesondere angewandt bei Bewegungsstörungen aufgrund von:

  • Multipler Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Querschnittslähmung
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Schlaganfall
  • Gelenkoperationen
  • Sportunfällen
  • Gesicht-, Mund- und Schluckbeschwerden (inklusive Kieferproblematiken)
  • Rückenschmerz

Die Therapie verbessert die bewusste und unbewusste Steuerung der Körperhaltung und Bewegung. Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen fördert PNF lebenserhaltende Funktionen wie die Atmung, das Essen und das Schlucken.
PNF darf nur von speziell Ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.

Manuelle Lymphdrainnage: was ist das?

Die manuelle Lymphdrainage (ML od. MLD) ist eine Form der physikalischen Therapien und Bestandteil der Komplexen Entstauungstherapie (KPE) der Lymphtherapie. Ihre Anwendungsgebiete sind breit gefächert. Sie dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie ödematöser Körperregionen, wie Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine), welche nach Traumata oder Operationen entstehen können. Besonders häufig wird diese Therapie nach einer Tumorbehandlung bzw. Lymphknotenentfernung verschrieben.